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Kontextfenster, Kontextmanagement und Kontextprobleme

Context Curation

Auswahl möglichst relevanter, verlässlicher Kontextbestandteile.

Context Curation bezeichnet die bewusste Auswahl und Aufbereitung von Kontextbestandteilen, damit möglichst relevante und brauchbare Informationen im Modellaufruf stehen. Anthropic: Context Engineering Sie ist hier ein Schwerpunkt des Context Engineerings, kein einzelner festgelegter Algorithmus. Anthropic: Context Engineering

Auswählen statt alles übernehmen

Dazu gehört die Auswahl aussagekräftiger Beispiele, nützlicher Werkzeugausgaben und relevanter Informationen für den jeweils nächsten Schritt. Anthropic: Context Engineering Entscheidend ist damit der Beitrag zur Aufgabe, nicht allein die verfügbare Menge.

Eine Auswahl kann auch berücksichtigen, ob ein Inhalt zur richtigen Version oder zum richtigen Gültigkeitsbereich gehört. Im Retrieval, also dem gezielten Abruf von Informationen, können inhaltlich ähnliche Treffer dennoch für die konkrete Frage ungeeignet sein. Elastic: Context Poisoning und Retrieval

Kuratieren bedeutet deshalb nicht, nur angenehm passende Aussagen zu behalten. Für eine fachliche Bewertung würde ich auch relevante Gegenbelege und Ausnahmen einbeziehen, statt Widersprüche durch Weglassen zu verstecken.

So kannst du dir das vorstellen

Angenommen, eine KI soll hypothetisch erklären, welche Wartung für eine bestimmte Anlage vorgesehen ist. Verfügbar sind Handbücher mehrerer Baureihen, alte Serviceinformationen und ein aktueller Nachtrag.

Eine passende Auswahl würde die richtige Baureihe und den gültigen Nachtrag berücksichtigen. Das kürzeste Handbuch wäre nicht automatisch das beste Material; eine längere, aber entscheidende Ausnahme dürfte nicht allein wegen ihrer Länge entfallen.

Für die Nachvollziehbarkeit könntest du bei jedem ausgewählten Auszug Quelle und Versionsstand festhalten. Das ist eine vorgeschlagene Arbeitsweise, kein automatisch vorhandenes Merkmal jedes KI-Systems.

Die Auswahl selbst kann fehlerhaft sein

Wenn benötigte Informationen gar nicht bereitgestellt werden, kann ein größeres Kontextfenster dieses Auswahlproblem nicht beheben. Entscheidend ist deshalb ausreichender Informationsgehalt, denn übermäßige Verdichtung kostet wichtige Details. Anthropic: Context Engineering

Ich würde die Auswahl anhand konkreter Sollantworten überprüfen: Sind alle notwendigen Belege enthalten, und lässt sich erkennen, warum andere Treffer ausgeschlossen wurden? So wird die Kuratierung selbst zum prüfbaren Bestandteil des Prozesses.

Verwandte Begriffe

Context Engineering, Semantic Noise, Context Freshness, Minimum Viable Context, Retriever.

Quellen